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Auf einem mittelalterlichen Altarblock mit wahrscheinlich spätgotisch profilierter Mensaplatte hat seit dem Herbst 1999 ein kleiner spätgotischer Altarschrein aus der abgetragenen Dorfkirche in Görnitz seinen Platz gefunden, nachdem in mühsamer Restaurierung die schlimmsten Schäden des nicht mehr vollständigen Altars behutsam behoben werden konnten. Er besteht aus Mittelschrein und zwei Klappflügeln. lm Ersteren steht Maria in der Mitte zwischen Joseph und Anna mit dem Jesuskind.

Die Innenseiten der Klappflügel sind in zwei Etagen gegliedert: es sind die Darstellungen der Apostel Petrus und Paulus, des Bischofs Nikolaus, eines Diakons sowie die im Mittelalter bekanntesten weiblichen Heiligen Barbara, Dorothea, Katharina und Margarethe. Die Flügelaußenseiten zeigen großfigurige Malereien (links Erzengel Gabriel und rechts die Jungfrau Maria) als zweigeteilte Darstellung der Verkündigung.

Der romanische Porphyrtaufstein vor der Nordapsis wurde aus Großstorkwitz übernommen.

Als einziges der Kirche seit Jahrhunderten zugehöriges Bildwerk ist eine Muttergottes aus Stein mit Resten einer reichen Farbfassung zu nennen. In der S-förmigen Körperbewegung, die durch die beiderseitigen Faltenkaskaden des Mantels beruhigt erscheint, zeigt sich die Herkunft vom Typ der „Schönen Madonnen“. Die Figur vertritt bereits die Spätphase dieses Typus um 1430. Die weiche, etwas unsichere Bildung der plastischen Oberflächen findet sich sehr ähnlich an der Bauplastik des Chores der Marienkirche wieder, so dass man wohl nicht fehlgeht, wenn man das Bildwerk dem Meister dieses Baues, Hans Wolffhart, zuschreibt.

Zahlreiche Grabsteine aus dem 16. bis 19. Jh. erinnern daran, dass die Kunigundenkirche jahrhundertelang als Begräbniskirche von Borna gedient hat. Aus der Reihe der nur stadtgeschichtlich bedeutsamen oder dekorativ gestalteten Grabmale ragt das Epitaph des 1568 verstorbenen Ratskämmerers Peter Breiting hervor, der vor dem Gekreuzigten kniend dargestellt ist. Auf diesen weisen im Hintergrund auch Johannes der Täufer sowie Adam und Eva hin – ein Zeichen für die Erlösungsbedürftigkeit der ganzen Menschheit. Das Werk steht den gleichzeitigen Epitaphen des Dresdener Bildhauers Christoph Walther ll. nahe und stammt von der Hand Hans Köhlers des d. A. aus Meißen.

Am östlichen Ende des Seitenschiffes stehen Grabsteine, die an russische und preußische Offiziere erinnern, die an den Wunden, die sie in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 empfangen hatten, in Borna starben.

 

           

 


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