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Entworfen von Jens Staude (Musik) und Pfarrer Reinhard Junghans (Texte)

(1) Regiehinweise für die Hausandacht:

Der Liturg leitet die Hausandacht. Die Texte können von verschiedenen Personen vorgetragen werden.

Wenn es die musikalischen Möglichkeiten gibt, kann mit einem Musikstück begonnen und abgeschlossen werden. Die Gesangbuchlieder sind vorzugsweise zu singen, aber können auch gemeinsam gelesen werden. Die vorgeschlagenen Lieder können auch durch andere ersetzt werden. Der Psalm kann von einer Person, aber auch im Wechsel oder von allen gemeinsam gebetet werden. Der Ruf des Kyriegebets kann ebenfalls gesungen oder gesprochen werden.

 

BEGRÜßUNG

Liturg: Der Herr ist auferstanden.
Hausgemeinde: Er ist wahrhaftig auferstanden.
Liturg: Das Osterfest ist durch die Auferstehungshoffnung geprägt. Die aufgehende Sonne, die mit ihrem Licht den anbrechenden Tag erstrahlt, wird zum Symbol für ein wärmendes Licht, das unser Leben überhaupt ermöglicht und erneuert. Jeder Sonntag ist ein Fest der Auferstehung und Ostern eben ganz besonders. An diesem Tag sind wir eingeladen, uns von dieser Auferstehungshoffnung inspirieren zu lassen. Die christliche Auferstehungshoffnung will uns helfen, über unsere selbst gesetzten oder von anderen aufgezwungenen Grenzen hinauszublicken und zu handeln. Auf diesem unseren Weg zu Gott begleitet uns der Auferstandene.

 

LIED Evangelisches Gesangbuch (EG) 99

„Christ ist erstanden“

 

PSALM 118 = Evangelisches Gesangbuch (EG) 747 (Wochenpsalm)

Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,

und seine Güte währet ewiglich.

Der Herr ist meine Macht und mein Psalm

und ist mein Heil.

Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten:

Die Rechte des Herrn behält den Sieg!

Die Rechte des Herrn ist erhöht;

die Rechte des Herrn behält den Sieg!

Ich werde nicht sterben, sondern leben

und des Herrn Werke verkündigen.

Der Herr züchtigt mich schwer;

aber er gibt mich dem Tode nicht preis.

Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit,

dass ich durch sie einziehe und dem Herrn danke.

Das ist das Tor des Herrn;

die Gerechten werden dort einziehen.

Ich danke dir, dass du mich erhört hast

und hast mir geholfen.

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,

ist zum Eckstein geworden.

Das ist vom Herrn geschehen

und ist ein Wunder vor unsern Augen.

Dies ist der Tag, den der Herr macht;

lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

O Herr, hilf!

O Herr, lass wohlgelingen!

Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!

Wir segnen euch, die ihr vom Hause des Herrn seid.

Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet.

Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!

Du bist mein Gott, und ich danke dir;

mein Gott, ich will dich preisen.

Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,

und seine Güte währet ewiglich.

Alle: Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,

wie es war im Anfang jetzt und immerdar.

 

EVANGELIUM für den Ostersonntag Matthäus 28, 1-10

Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Gestalt war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Die Wachen aber erschraken aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot.

Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stätte, wo er gelegen hat; und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, dass er auferstanden ist von den Toten. Und siehe, er wird vor euch hingehen nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen. Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: Dort werden sie mich sehen.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.

 

LIED Evangelisches Gesangbuch (EG) 103, 1-6

„Gelobt sei Gott im höchsten Thron“

 

APOSTOLISCHES GLAUBENSBEKENNTNIS (EG 804)

Ich glaube an Gott, den Vater, / den Allmächtigen, /

den Schöpfer des Himmels und der Erden.

Und an Jesus Christus, / seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, / empfangen durch den

Heiligen Geist, / geboren von der Jungfrau Maria, / gelitten unter Pontius Pilatus, / gekreuzigt,

gestorben und begraben, / hinabgestiegen in das Reich des Todes, / am dritten Tage

auferstanden von den Toten, / aufgefahren in den Himmel; / er sitzt zur Rechten Gottes, des

allmächtigen Vaters; / von dort wird er kommen, /

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, / die heilige christliche Kirche, / Gemeinschaft der Heiligen,

/ Vergebung der Sünden, / Auferstehung der Toten / und das ewige Leben. Amen.

 

AUSLEGUNG zu 2. Timotheus 2, 8a

Paulus schreibt: „Halt im Gedächtnis Jesus Christus, der auferstanden ist von den Toten, ...“

 

Liebe Hausgemeinde,

wir durchwandern auf unserem Lebensweg verschiedene Stationen. Wer war nicht schon von Dunkelheit umgeben, von dem Gefühl, dass ihm kein Licht den Weg weist? Wie oft stehen wir in der Spannung zwischen Licht und Dunkelheit, zwischen Verzweiflung und Hoffnung? Wie schön sind doch die Momente in unserem Leben, in denen alles zueinander passt, in denen ein inneres Licht alles mit Güte und Frieden ausstrahlt?

Die Sehnsucht nach einem angenehmen Licht in unserem Leben ist groß, einem Licht, das uns einen guten Weg gemeinsam mit unseren Mitmenschen weist. In unserer Welt gibt es viele Lichter, die kräftig und schwach leuchten, die grell aufblinken und schnell wieder verblasen, die den Weg in Moore weisen oder deren Docht alsbald verglimmt. Es ist nicht einfach, für sich herauszufinden, welches Licht den richtigen Weg weist. Denn wenn wir ein Licht sehen, kennen wir die Quelle noch lange nicht.

Schon die erste Christenheit musste sich mit vielen Lichtern auseinandersetzen. Deshalb schrieb Paulus seinem Mitstreiter Timotheus zur Orientierung, wie ein Licht in der Dunkelheit: „Halt im Gedächtnis Jesus Christus, der auferstanden ist von den Toten.“

Die Auferstehungshoffnung haben die ersten Christen schon alsbald mit der aufgehenden Sonne verbunden, weil die ersten Frauen in aller Frühe am Grab die aufgehende Sonne und den Auferstandenen erlebten. Dieses Erleben veranlasste die Christen ihre Altäre in den Kirchen nach Osten zur aufgehenden Sonne auszurichten. Jeder Sonntag ist ein Fest der Auferstehung.

Das Licht der Sonne, das jeden Morgen von Neuem wieder aufgeht und durch nichts in seinem Lauf beeindrucken lässt, ist ein Symbol für einen guten Anfang mit der Liebe Gottes. Die Sonne leuchtet über alle Menschen zu allen Zeiten, ganz gleich welches Wetter gerade ist. Wolken lassen die Sonne nicht so unmittelbar erleben. In der Nacht ist die Sonne auch nicht sichtbar.

Dennoch leuchtet sie. Obwohl wir manchmal die Liebe Gottes nicht spüren, so ist sie dennoch da und zwar für alle Menschen.

Zu unseren Lebensstationen gehören auch dunkle Momente. Der Tod setzt allem Leben scheinbar ein Ende. Dabei geht es nicht nur um den biologischen Tod, sondern auch um den inneren Tod, wenn Menschen ihre Hoffnung verloren haben. Ein und dasselbe Ereignis kann den einen Menschen die Existenz und den Lebenssinn rauben, ein anderer ist davon kaum berührt.

Es fällt uns manchmal schwer, uns in die Lebenslage eines anderen zu versetzen. Erlebtes Leid führt zu einer inneren Ohnmacht. Da spielen sogenannte objektive Kriterien oft nur eine untergeordnete Rolle. Emotional fühlt sich der Leidende völlig machtlos gegenüber den Kräften der Welt.

Dieser scheinbar unüberwindlichen Macht hat Gott durch Jesus Christus eine Grenze gesetzt.

Durch das Leben, Kreuz und Auferstehung von Jesus Christus hat uns Gott gezeigt, dass Barmherzigkeit und Liebe stärker sind, als die scheinbar unbezwingbaren Mächte dieser Welt.

Barmherzigkeit und Liebe vermögen heller und vor allem wärmer zu leuchten, als alle Lichter dieser Welt. Dieses Licht vermag die Dunkelheit unseres Herzens auszustrahlen und auch noch dort Hoffnung wach zu halten, wo der Verstand nicht mehr weiter weiß.

Als Kinder Gottes besteht unser Leben nicht nur aus unserem biologischen Rhythmus oder aus gesellschaftlichen Gebräuchen, sondern auch aus dem Weg zu dem Licht, das niemals verlöschen wird. Dieser Weg führt nur über Jesus Christus, weil seine Auferstehung viele kleine Auferstehungen gegen alles Dunkel in unserer konkreten Welt vorgebildet hat. Solche Auferstehungen füllen unser Leben mit Liebe und Frieden, solche Auferstehungen geben die Liebe und den Frieden Gottes weiter, solche Auferstehungen werden zum Licht für andere. Wenn Menschen sich innerlich gefangen fühlen und dann sich befreien können und sich neue wichtige Lebenswege erschließen können, dann erleben Menschen solche Erfahrungen wie eine Auferstehung.

Solche Aufbrüche wirken auch zurück auf unseren biologischen Rhythmus oder unsere gesellschaftlichen Gebräuche. Was uns früher als unumstößlich galt, verliert an Bedeutung in dem Licht Christi. Dann spielen Verhaltensmuster, die Barmherzigkeit und Liebe zu erkennen geben, die zentrale Bedeutung.

Es ist interessant, was Menschen veranlasst, aus sich selbst herauszugehen und Neues zu entdecken. Eigentlich könnte das jeder von uns jeden Tag machen. Das wäre am Ende vielleicht doch etwas anstrengend. So bleibt es aus. Wenn aber Krisen in unser Leben eintreten, dann sind wir sowieso gezwungen, anderes über unser Leben nachzudenken. Im Laufe der Zeit rollen ungeahnt schwere Steine auf einmal davon, verschlossene Türen öffnen sich und der Himmel erstrahlt über einem in einem neuen hellen Licht. Dann finden Menschen zu einem Biorhythmus, der ihre Gesundheit erhält, sie nehmen Gewohnheiten auf, die etwas von ihrem Lebenssinn deutlich machen. Schauen wir einmal, was am Ende die Coronakrise in uns oder in der Menschheit bewirkt. Werden wir und unsere Mitmenschen danach bewusster Leben? Oder fallen wir nach kurzer Zeit wieder in unseren alten Trott zurück?

Jesu Auferstehung weist auf jeden Fall darüber hinaus. Sie führt uns endgültig zu dem Licht Gottes, das alles Leid und den Tod hinter sich lässt und uns für alle Zeiten Wärme und Geborgenheit schenkt. Auf diese Aussicht hin, singen wir: Wir wollen alle fröhlich sein (EG 100).

Amen.

 

LIED Evangelisches Gesangbuch (EG) 100, 1-4

„Wir wollen alle fröhlich sein“

 

DANK- UND FÜRBITTENGEBET mit Ruf aus EG 100 und 99

Jesus Christus,

du bist die Auferstehung und das Leben.

Dich loben wir, dir danken wir:

Licht mitten in der Dunkelheit,

Stimme in sprachlosem Schweigen,

Wärme in tödlicher Kälte,

Bewegung in lähmender Starre,

Heil in verletzendem Streit.

Wir sind dankbar für deine Kraft der Erneuerung.

So lasst uns Gott loben:

Hausgemeinde: „Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn“

 

Wir sind dankbar für die Menschen,

die uns in den verschiedenen Lebenslagen begleitet haben,

die mit uns geweint und gelacht haben,

die da waren, wenn wir sie gebraucht haben,

die uns mit einem guten Wort aufgerichtet oder

mit freundlicher Hilfe unterstützt haben.

So lasst uns Gott loben:

Hausgemeinde: „Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn“

 

In uns sind auch Sorgen und Ängste. So bitten wir,

dass die Botschaft der Engel auch uns erreicht

und wir den Weg finden,

den du uns vorausgegangen bist,

dass wir nicht stehen bleiben bei der Klage über das Dunkel,

sondern selbst das hereinbrechende Osterlicht widerspiegeln,

dass wir als Menschen leben,

die noch einmal eine Chance bekommen haben,

die noch einmal neu anfangen können.

Stärke uns mit deinem Heiligen Geist auf unserem Lebensweg.

Herr, wir rufen zu dir:

Hausgemeinde: „Christ will unser Trost sein, Kyrieleis“

 

Wir bitten für alle Menschen, die denen beistehen,

deren Leben vom Tod bedroht ist,

für alle, die Kranke pflegen und Sterbende begleiten,

für alle, die den Kreislauf der Gewalt durchbrechen,

für alle, die mithelfen, Feindbilder abzubauen

und sich bemühen,

auch in ihren Feinden Geschöpfe Gottes zu entdecken.

Herr, wir rufen zu dir:

Hausgemeinde: „Christ will unser Trost sein, Kyrieleis“

 

Jesus Christus, erhöre unser Gebet und schenke uns Erfahrungen der Auferstehung.

 

Lasst all unsere weiteren Anliegen, Sorgen und Bitten, mit in das Gebet hineinnehmen, das uns Jesus Christus gelehrt hat:

 

VATER UNSER

Vater unser im Himmel. / Geheiligt werde Dein Name. / Dein Reich komme. / Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden. / Unser tägliches Brot gib uns heute. / Und vergib uns

unsere Schuld, / wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. / Und führe uns nicht in Versuchung,

/ sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn dein ist das Reich und die Kraft / und die

Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

SEGEN

Liturg: Der Herr segne und behüte uns, er lasse sein Angesicht leuchten über uns und schenke uns seinen Frieden.

Hausgemeinde: Amen.

 

LIED Evangelisches Gesangbuch (EG) 100, 5

„Wir wollen alle fröhlich sein“

 

           

 


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