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Erzieher/in gesucht

Die Evangelische-Lutherische Kirchgemeinde St. Marien sucht dringend ab sofort eine(n) Erzieher(in) bzw. Heilerziehungspfleger(in) als Krankheitsvertretung in unserer Kindertagesstätte Marienkäfer in Voll- oder Teilzeit bis ca. Sommer 2018.


Bitte melden Sie sich im 

Pfarramt 03433-802185 oder bei der
KiTa-Leiterin, Frau Rösig, unter 03433-260747.

 

Der Auszug aus Heuersdorf

Der spektakuläre Transport des Gotteshauses wurde zu einem Medienereignis. Die kleine Kirche wurde dadurch sogar über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt.

Nach der Bitte um Segen für den Transport durch Pfarrer Krieger passierte die Emmauskirche am 25. Oktober 2007 den Ortsausgang Heuersdorfs, des Ortes, dessen Wahrzeichen sie 750 Jahre lang gewesen war.

Ein Abschied für immer ...

Ein letzter äußerst emotionaler Gottesdienst hatte bereits am Ostermontag, dem 9. April 2007, stattgefunden.

Zur Vorarbeit für den spektakulären Transport gehörten präzise statische Berechnungen ebenso wie die Bergung des Inventars (Orgel, Bestuhlung etc.). Von entscheidender Bedeutung war jedoch die Stabilisierung des Jahrhunderte alten Gotteshauses. Denn Georadaruntersuchungen und 60 cm tiefe Bohrlöcher, die mit Minikameras befahren wurden, hatten ergeben, dass das Bruchsteinmauerwerk der Emmauskirche zu 30 Prozent von Hohlräumen durchsetzt war. Diese Hohlräume wurden durch das Einspritzen von 30 Kubikmeter Schaummörtel ausgefüllt.

Um das Transportgewicht zu reduzieren, wurde das alte Ziegeldach abgenommen und der Dachstuhl mit Holzplatten und Bitumenbahnen abgedeckt. Außerdem erhielt die Emmauskirche als Transportvorbereitung auch zum ersten Mal in ihrer mehr als 700 jährigen Geschichte ein Fundament. Dieses Fundament aus Beton und Stahlmatten wurde im nächsten Schritt an der Längsseite aller 70 cm durchbohrt und 34 Stahlträger durch die Bohrlöcher von jeweils 40 cm Durchmesser geschoben. Auf diesem 120 t schweren Stahlrost konnte die Emmauskirche im Ganzen auf die Transporteinheit gesetzt werden. Dazu wurde die Kirche am 21. und 22. Oktober zunächst mittels 12 Kletterpressen auf eine Höhe von 1,60 m angehoben. Dann wurde das Gotteshaus von der Transporteinheit (SPMT) unterfahren und auf dem Trailer abgesetzt.

Der Transport

Nun konnte der Transport beginnen: Er verlief dank umsichtiger Planung und guter Zusammenarbeit aller beteiligten Unternehmen reibungslos. Das erste große Hindernis, der Bahnübergang in Deutzen, wurde termingerecht am 27. Oktober überquert. Einen Tag später wurde auch der Bahnübergang bei Neukieritzsch passiert, wofür große Baumaßnahmen von nöten waren, um den Höhenunterschied von 1 m auszugleichen.

Am selben Tag folgte in Borna die Grundsteinlegung am neuen Standort der Emmauskirche.

Der Transport befuhr dann die B 176 und querte in Lobstädt die „Pleiße“. Dafür war im Vorfeld eine künstliche Flussüberfahrt geschaffen worden, um die Brücke keinerlei Gefahr auszusetzen. Dabei wurden 50000 Kubikmeter Erdreich und Kiesmassen bewegt und der Fluss durch Stahlrohre mit 80 cm Durchmesser geleitet. Noch am selben Tag erreichte die Kirche den Ortseingang der Stadt Borna und wurde dort von tausenden Einwohnern und Schaulustigen aus Nah und Fern mit großem Jubel empfangen.

Am 30. Oktober 2007 wurde das Gotteshaus von der „Abtsdorfer Straße“ in die „Sachsenallee“ manövriert. Weil das Transportgewicht für die Brücke über den Fluss Whyra zu hoch war, wurde auch hier für die Dauer des Transports ein Damm aufgeschüttet und der Fluss durch 8 Stahlrohre geleitet. 1500 t Kies abgedeckt mit Lastverteilungsplatten sicherten die beschädigungsfreie Überfahrt über den Parkplatz eines großen Verkaufsmarktes. Stahlplatten und provisorische Rampen wurden an vielen Stellen zum Schutz der Straßenoberflächen eingesetzt.

Auf dem letzten Stück der Reise der Emmauskirche wurden auf der „Straße am Brühl“ und auf dem „Luther-Platz“ 1000 Quadratmeter Fläche mit einer Stahlbeton-Fahrbahn abgedeckt, um den historischen Abwasserkanal darunter zu schützen.

Um 14.07 Uhr war es dann endlich so weit: Die Emmauskirche hatte ihr Ziel erreicht und stand neben der Stadtkirche St. Marien. Neue Adresse: Martin-Luther-Platz 3. Dort wurde sie einen Tag später durch den Sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt und Landesbischof Jochen Bohl noch einmal symbolisch begrüßt.

Am 1. und 2. November 2007 wurde die Kirche dann vom Trailer abgesenkt. Es folgte eine mehrmonatige Restaurierung und Sanierung, nach deren Abschluss am Ostermontag 2008, also genau ein Jahr nach dem letzten Gottesdienst in Heuersdorf, unter Anwesenheit vieler ehemaliger Heuersdorfer der erste Gottesdienst am neuen Standort gefeiert werden konnte.

Die Rettung der Emmauskirche ist geglückt. Sie ist nun ein Teil der Stadt Borna.