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wissen wir eigentlich, was es bedeutet, durstig zu sein? Der Zugang zu sauberem Wasser gehört zu den elementaren Menschenrechten. Trotzdem sterben jährlich über drei Millionen Menschen, alle zwanzig Sekunden ein Kind an unzureichender Wasserversorgung. Unvorstellbar! Noch unvorstellbarer wäre es allerdings, wenn Menschen in solchen gefährdeten Regionen das Angebot frischen Wassers ablehnen würden. Sie stehen vielmehr Schlange mit ihren Krügen und Kanistern – wenn sich nur die Gelegenheit dazu bietet. Weil sie durstig sind und ohne frisches Wasser nicht überleben können. Und wie sieht es bei uns damit aus?

Die Angebote, den Durst zu stillen scheinen unbegrenzt zu sein. Viele lassen sich das durchaus etwas kosten. Manche investieren in Karriere und Anerkennung. Andere suchen ihr Glück in immer neuen Beziehungen oder rennen von Event zu Event. Manche versuchen es mit einem alternativen Lebensstil. Was geschieht aber dann, wenn die Quellen, aus denen wir schöpfen, versiegen? Wenn beispielsweise das Alter seinen Tribut fordert, Beziehungen scheitern, Sicherheiten wegbrechen? Manchmal regt sich dann die Frage: Aus welchen Quellen lebe ich eigentlich? Gibt es überhaupt so etwas wie eine Quelle, welche nie versiegt?

In einem der neueren Kirchenliedern heißt es dazu: Alle meine Quellen entspringen in dir, in dir, mein guter Gott! Du bist das Wasser, das mich tränkt und meine Sehnsucht stillt. Dieses Quellwasser scheint zu sprudeln, egal, ob wir daraus schöpfen oder nicht. Doch anzuerkennen, dass es sich tatsächlich so verhält – soweit muss ich erst einmal kommen. Denn eigentlich gebe ich mich nicht gern bedürftig – will eher aus eigener Kraft heraus möglichst perfekt sein. Fehler und Versagen sind nicht vorgesehen. Und wenn sie passieren, werden sie lieber nicht zugegeben.

Die Bibel vergleicht Menschen gelegentlich mit Gefäßen. Und es wird gesagt, sie wären durchaus imstande, diese mit nicht wenigem zu füllen. Was ist aber, wenn vieles eines Tages verdunstet oder versiegt? Von wo kommt dann Nachschub? Wäre an dieser Stelle nicht besser, grundsätzlicher und intensiver nachzufragen, woher meine Lebenskraft überhaupt kommt? In dem schon erwähnten Lied heißt es dazu: Du (Gott) bist die Kraft, die Leben schenkt, eine Quelle, welche nie versiegt…

Nach dieser Quelle auf der Suche zu bleiben, lohnt auf alle Fälle auch im Jahr 2018.

Ihr / Euer Pfarrer Thomas Mallschützke